
Fachbeitrag · Lean & Kosten · 2 Min. Lesezeit
Wettbewerbsfähig trotz hoher Lohnkosten: Lean und Make-or-Buy parallel denken
Dr. Klaus-Jürgen Wolf, Founder & Managing Partner
Deutsche Anlagen dürfen 15 bis 20 Prozent mehr kosten, wenn Produkt, Service und Vertrieb stimmen. Den Rest holt man über die Kosten, und zwar schnell.
Im Maschinen- und Anlagenbau muss man im globalen Wettbewerb auch mit höheren Lohnkosten bestehen. Diese liegen in Deutschland über denen von Portugal oder China. Kommt eine technisch einfachere Auslandsvariante hinzu, sinkt der Preis der Konkurrenz weiter. Wie besteht man, wenn die Mehrheit der Kunden über den Preis kauft?
Es geht. Ein deutsches Produkt wird auf dem Weltmarkt trotz eines um etwa 15 bis 20 Prozent höheren Preises bevorzugt, sofern Produkt, Service und Vertrieb überzeugen.
Zwei Hebel gleichzeitig
Möglich wird das durch konsequentes Lean Manufacturing, partielles Outsourcing oder beides. Die Basis sind Wertstromanalysen und die konsequente Umsetzung der Lean-Maßnahmen. Mit den variablen Produktionskosten sinken auch die Gemeinkostenzuschläge. Gesamtkostensenkungen von 10 bis 15 Prozent sind nicht selten, und höheres Volumen bringt weitere Einsparungen.
Outsourcing-Alternativen sollten trotzdem gleichzeitig geprüft werden. Lean verspricht im Plan viel, fällt in der Praxis aber oft schwächer aus. Und der Mittelstand hat selten 12 bis 18 Monate Zeit, um wettbewerbsfähiger zu werden.
Bei einem Anlagenbauer ergab dieser parallele Ansatz in sechs Monaten ein Kostenreduzierungspotenzial von 15 Prozent, plus oder minus 2 Prozent.