
Fachbeitrag · Lean & Kosten · 2 Min. Lesezeit
Das magische Dreieck: Wie man den Teufelskreis aus Kosten, Zeit und Qualität bricht
Dr. Klaus-Jürgen Wolf, Founder & Managing Partner
Kosten, Zeit und Qualität gelten als Gegenspieler. Das stimmt erst, wenn alle drei optimiert sind. Davor liegt meist ein Ursachenproblem, das sich lösen lässt.
Kosten, Zeit und Qualität stehen in einem Spannungsverhältnis. Mehr Qualität geht zulasten von Kosten und Zeit, weniger Zeit kostet meist Geld oder Qualität. Das gilt allerdings nur, wenn alle drei Größen bereits ausgereizt sind. In vielen Betrieben ist das nicht der Fall.
Häufig entstehen Qualitätsprobleme aus Zeitdruck, und der Zeitdruck aus schlechter Planung. Wie im Lean Six Sigma lohnt es sich, sechsmal nach dem „Warum“ zu fragen.
Eine typische Ursachenkette
Zeitdruck entsteht, weil ein Produktionsplan fehlt. Der fehlt, weil kein System zur Produktionsplanung und -steuerung vorhanden ist. Und das fehlt, weil kein professioneller Operations Manager eingesetzt wird, sondern der dienstälteste Mitarbeiter diese Aufgabe nebenbei übernimmt. Er ist verlässlich und ein ausgezeichneter Schichtführer, hat aber nie eine Managementausbildung erhalten.
Dahinter steht oft finanzielle Schwäche durch zu niedrige Profitabilität. Deren Ursprung: Kunden wandern wegen wiederkehrender Qualitätsprobleme ab. Der Vertrieb gewinnt neue Aufträge, die aus denselben Gründen wieder wegbrechen. So schließt sich der Kreis.
Den Kreis unterbrechen
Ein Teufelskreis muss an einer Stelle wirksam unterbrochen werden. Im Projekt eines Medizinprodukteherstellers war das ein richtig geführtes PPS unter einem neuen Operations Management. Es schuf Zeit und Kapazität, nahm Druck von der Mannschaft und machte Raum für Qualität. Der Ausschuss sank auf höchstens 1 Prozent, die Liefertreue stieg auf 95 Prozent, und dem Vertrieb brachen keine Aufträge mehr weg.