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Fachbeitrag · Start-up & Werksaufbau · 2 Min. Lesezeit

Andere Länder, andere Sitten: Warum Auslandsprojekte unterschätzt werden

Dr. Klaus-Jürgen Wolf, Founder & Managing Partner

Niedrige Lohnkosten und Marktnähe locken. Was auf dem Papier rechnet, endet vor Ort oft in sechsstelligen Zusatzkosten. Der Grund ist fast immer die Planung.

Wenn mittelständische Unternehmen im Ausland eine Tochter- oder Schwesterfirma aufbauen, wird die Komplexität des Projekts regelmäßig unterschätzt. Nach dem Motto „Andere Länder, andere Sitten“ entstehen Probleme, die im Budget nicht vorgesehen sind.

Mexiko ist dafür ein gutes Beispiel. Niedrige Lohnkosten und die Nähe zum US-Markt sind echte Vorteile. Dass Effizienz und Produktivität vor Ort deutlich niedriger liegen, fließt dagegen selten in die Rechnung ein. Das gilt auch für hoch automatisierte Prozesse. So manche Annahme auf dem Papier endet vor Ort in einer teuren, sechsstelligen Konsequenz.

Wo Projekte kippen

Oft will ein ausländischer Partner den Abschluss schnell machen, und manches wird schöngeredet. Oder die Planung lässt der Gegenseite so viel Spielraum, dass am Ende etwas anderes entsteht, als der Initiator im Kopf hatte. Ohne neutralen Landes- und Auslandsexperten in Konzept und Planung entstehen Pläne, die nur mit Mehraufwand zum Ziel führen.

Hinzu kommt, wie Projekte geführt werden. Unsere Erfahrung aus vielen Vorhaben zeigt ein ernüchterndes Bild:

  • Nur etwa jedes zehnte Projekt wird mit echtem Projektmanagement geführt.
  • In fast der Hälfte gibt es keinen Projektplan, oder er existiert nur im Kopf einer Person.
  • Bei vielen weiteren liegt eine Liste mit Terminen vor, ohne erkennbar zu machen, wie sie berechnet wurden.

Was den Unterschied macht

Ein GANTT-Diagramm mit markiertem kritischem Pfad findet man selten. Genau das trennt Projekte, die pünktlich in Serie gehen, von solchen mit großen Verspätungen, unzureichender Infrastruktur, lückenhafter Organisation und höheren Kosten als geplant. In unserem Projekt in Mexiko hat diese Disziplin den Start of Production termingerecht gesichert.

Das Projekt dahinter

Termin- und qualitätsgerecht zum Ramp-up: Aufbau einer Zulieferfertigung in Mexiko trotz Infrastruktur-, Rohstoff- und Lieferantenproblemen.

Zur Case Study

Start-up & Werksaufbau

Start-up in einem Schwellenland

Automobilzulieferer, Mexiko

Ergebnis
SOP on time, Ausschuss ≤ 2,5 %
Dauer
18 Monate