
Fachbeitrag · Turnaround · 2 Min. Lesezeit
Turnaround: Bewährtes behalten, Neues schaffen
Dr. Klaus-Jürgen Wolf, Founder & Managing Partner
Ein Konkurs ist selten das Urteil über Produkt oder Belegschaft. Er kann die Chance sein, die Unternehmensuhr auf null zu stellen, mit Ruhe und einem klaren Plan.
Ein Konkurs ist nicht immer das Zeichen eines schlechten Produkts oder einer Belegschaft, die nicht ihr Bestes gegeben hat. Oft hat die Unternehmensführung gegen ethische und kaufmännische Regeln gehandelt. Der Konkurs bietet dann die Chance, die Unternehmensuhr auf null zu stellen und neu zu beginnen.
Ein Turnaround ist die Königsdisziplin des Change Managements und verlangt allen alles ab. Oft bleibt kein Stein auf dem anderen. Entscheidend ist ein erfahrener Turnaround-Manager, der mit guter Führung Ruhe in die Belegschaft bringt. So wird die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust Schritt für Schritt abgebaut und Vertrauen aufgebaut.
Acht Schritte, die jeder kennt
Ist diese Basis erreicht, wird der Turnaround in acht Schritten geplant, der Belegschaft vorgestellt und dann zügig umgesetzt. Jeder Mitarbeitende soll diese Schritte kennen. Die bewährte Routine schafft schnell Transparenz und kleine Erfolge. Diese bringen das Vertrauen in das Unternehmen zurück und steigern die Leistungsbereitschaft.
Ein Turnaround findet unter hohem Druck statt. Rückschläge müssen eingeplant werden, finanziell, administrativ und technisch. Risk-Management ist deshalb Pflicht und muss bis in die kleinste Einheit gelebt werden.
Mit Ruhe und einem professionellen Prozess lassen sich viele Betriebe nicht nur retten. Im Fall eines Maschinenbauers führte der Weg aus dem Konkurs nach zwei Jahren zu 8 Prozent EBIT und zurück an die Spitze seiner Nische.